10. November 2011
Fachtagung „Werkstätten morgen – mit Maßarbeit“ in Bad Belzig
Unter dem Thema „Werkstätten morgen – mit Maßarbeit“ trafen sich 10. November 2011 mehr als 100 Teilnehmer aus Werkstätten, Kommune, Land und Bund zu einer Fachtagung in Bad Belzig.
Die Redner stellten sich den Fragen, wie Teilhabeleistungen in Werkstätten für Menschen mit Behinderung auch zukünftig personenzentriert, innovativ und nachhaltig sein können.
Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft:Werkstatt für behinderte Menschen stellten das Positionspapier der Maßarbeit und die damit verbundene Zukunftsvision vor.
Regionale Projektberichte aus Brandenburg belegten die Neuorientierung hiesiger Werkstattstrukturen. Ausgelagerte Arbeitsgruppen und Außenarbeitsplätze belegten Ansätze beginnender erfolgreicher Vernetzungen mit dem ersten Arbeitsmarkt.
Langjährig und systematisch aufgebaute Kooperationen zu Unternehmen und die strukturierte Fortentwicklung der schulischen und beruflichen Bildung sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Einrichtung von dauerhaften Außenarbeitsplätzen und deren möglicher Übergang. Jedoch bestehe derzeit ein Dissens zwischen politisch gewollter Weiterentwicklung und den strukturellen Voraussetzungen. Das unternehmerische Risiko einer erfolgreichen Inklusion liege in Brandenburg ausschließlich der Leistungsträgerseite. Es bedarf einer verbindlichen und verlässlichen Struktur der Zuständigkeiten und Schnittstellen.
Der Leiter der Servicestelle Forst, Herr Müller schlug hierzu die Einberufung eines runden Tisches aller Akteure vor, an dem Abstimmungen und Festlegungen zum Strukturwandel der Werkstätten in Land Brandenburg getroffen werden könnten. Von der Leistungsträgerseite wurde diese Initiative ausdrücklich begrüßt.
Die Perspektive der gelebten Inklusion wird von vielen Werkstattbeschäftigen dankbar als Herausforderung und Weiterentwicklung angenommen. Das hohe Maß an Motivation und Leistungsbereitschaft seitens der Werkstattbeschäftigten zerstreue vielfach Zweifel von Unternehmern und Werkstätten.
Diese Entwicklung stecke noch in den Kinderschuhen und braucht verlässliche Partner in Politik und Verwaltung. Die Berichte aus der Praxis vermittelten den Teilnehmern die Dynamik des Aufbruchs.
Programm:
Was ist Maßarbeit?
Die Vision der BAG:WfbM
Martin Berg
Erfahrung aus Hamburg
Rehabilitation oder Inklusion
Dieter Basener
Inklusion braucht Aktion - der europäische
Protesttag in Bad Freienwalde
Christine Marx
Ausgelagerte Arbeitsgruppe
Marco Nickel
Cafeteria Autoteile
Joachim Kettner
Integrationshotel
Rüdiger van Leeuwen
Vernetzung mit der Region
Frank Würdisch
Lobetaler Biomolkerei
Thomas Keller